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Gedenkveranstaltung für die getöteten Flakhelfer

Nie wieder Krieg! Mit dieser Haltung stehen wir hier heute an diesem Mahnmal, wo vor 81 Jahren 17 junge Menschen und ein Wehrmachtssoldat durch einen Bombenangriff ums Leben gekommen sind.“ So leitete der stellvertretende Vorsitzende der Geschichtswerkstatt Köln-Brück, Mathias Götze-Wittschier, seine Rede zum Gedenken an den Tod der Flakhelfer und eines Soldaten ein. Dieses Gedenken findet alljährlich am 28. Januar an der Ecke Dattenfelder Str./Rather Kirchweg in Brück statt, an dem Mahnmal, das im Jahre 2000 von der Geschichtswerkstatt initiiert wurde.

Dort, wo in den letzten Kriegsmonaten Schüler des Schaurte-Gymnasiums Deutz, des Gymnasiums Bergneustadt und der Mittelschule Wiehl als Flakhelfer zur Verteidigung des Fliegerhorsts Ostheim berufen waren und ihr Leben lassen mussten.

Trotz leichtem Nieselregen hatten sich neben zwanzig Teilnehmern auch die Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer, SPD, und der stellvertretende BV-
Vorsitzende Jan Schlagenhauf, Die Linke, eingefunden. Er hob in seinem Grußwort als Vertreter der Bezirksvertretung Kalk die Bedeutung der Arbeit der Geschichtswerkstätten hervor. Er betonte, dass das Gedenken angewandter Antifaschismus sei und dass es auch Auftrag der Geschichtswerkstätten sei, die Wiederkehr des Grauens zu verhindern.

Mathias Götze-Wittschier griff in seiner Rede die Problematik der Friedensbewegung nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine auf. Es stellten sich Fragen wie: Müssen Friedensinitiativen ihre Fixierung auf gewaltfreien Widerstand überdenken?


Ergebnisse der Friedensforschung zeigten, dass es eines ganzheitlichen Lösungsansatzes bedürfe, der Aspekte wie ungleiche Wohlstandsverteilung, Klimaerwärmung und westzentriertes Dominanzdenken mit einbeziehe. Neben „Kriegstüchtigkeit“ gehe es auch um „Friedenstüchtigkeit“. Es gelte, ein fundiertes Friedenskonzept zu entwickeln und in die Politik einfließen zu lassen. Götze-Wittschier verwies auf die 2018 gegründete Initiative
Sicherheit neu denken“. Sie zeige auf, wie bis 2040 die aktuelle militärisch bestimmte Sicherheitspolitik durch eine zivile Geostrategie der EU ersetzt werden könne. Die Rede endete mit dem Appell, sich für ein Friedenskonzept einzusetzen. „Das sind wir den toten Jugendlichen schuldig, derer wir heute hier gedenken.“

Zum Abschluss der Gedenkfeier bat die Vereinsvorsitzende Ingrid Hege- Wilmschen die Teilnehmer der Veranstaltung, 17 weiße Rosen auf dem Mahnmal abzulegen. Unter den Besuchern war auch der Sohn des im letzten Jahr verstorbenen Peter Neuhausen. Dieser hatte den Bombenangriff 1945 überlebt und regelmäßig am jährlich stattfindenden Gedenken teilgenommen.

Ansprache von Jan Schlagenhauf (BV Kalk, Die Linke)PDF-Datei
Ansprache von Mathias Götze-Wittschier (GW Köln-Brück)PDF-Datei
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Einladung zur Gedenkveranstaltung 28. Januar



Einladung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus




Nachruf auf Jochen Dilling

Unser Mitglied Dr. Jochen Dilling ist am 8. Januar 2026 nach langer Krankheit mit 91 Jahren verstorben.
Er trat kurz nach ihrer Gründung in die Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück ein. In sieben Publikationen hat Jochen Dilling mitgewirkt. Seine Schwerpunkte waren die Geschichte der Wege, Straßen, Bergwerke und Neu-Brück.

Er achtete immer darauf, dass die Grundidee der Geschichtswerkstatt – Geschichte „von unten“ zu betreiben – in unseren Aktivitäten nicht zu kurz kam.
Wir schätzten neben seiner Sachkenntnis seine ruhige und ausgleichende Art. Wir verlieren in ihm eines unserer aktiven Mitglieder. Wir wünschen seiner Frau Antje viel Kraft, ihren Verlust zu verarbeiten.

Wir verlieren in Jochen Dilling ein viele Jahre sehr engagiertes Mitglied und einen wertvollen Ideengeber. Wir gedenken seiner mit großer Wertschätzung.

Dr. Fritz Bilz für die Geschichtswerkstatt Köln-Brück



Rückblick auf das vergangene Jahr

Wie jedes Jahr fand die Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar in der Antoniterkirche statt, an der die Geschichtswerkstatt als Mitveranstalter beteiligt ist. 2025 wurde an den 80sten Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz erinnert.
Am 28. Januar fand wie jedes Jahr die Gedenkveranstaltung für die 17 Flakhelfer statt, auf der Mathias Götze-Wittschier in seiner Rede auf die Bedrohung der Demokratie durch den erstarkenden Rechtsextremismus einging. In Vertretung der Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer sprach Gabi Moorbach. In der Presse erschien eine ausführliche Darstellung der Veranstaltung und darüber hinaus ein Artikel zur 25-jährigen Geschichte des Flakhelfer-Mahnmals.

Am 18. März fand unsere Jahreshauptversammlung statt, auf der unser Arbeitsbericht des letzten Jahres und die Planungen für das Jahr 2025 vorgestellt wurden. Im Anschluss daran las Ulla Lessmann einige ihrer Satiren.

Am 9. April führten wir in der ausverkauften Brücker Buchhandlung eine szenische Lesung zum Thema ‚80 Jahre Kriegsende in Brück‘ durch, die eine ungeheuer positive Resonanz hatte. Der Text der Lesung ist auf unserer Web-Seite einsehbar.
Am 30. April fand in Zusammenarbeit mit dem BUND und unter Leitung von Holger Sticht eine Wanderung durch die Felder zwischen Rath und Brück statt anlässlich der Diskussion um die Bebauungspläne.

Am 14. Juni fand die traditionelle Veranstaltung im Steinhaus statt, dieses Mal zum Thema ‚Geschichten von der Schäl Sick‘ – wie immer mit Kaffee und Kuchen. Verbunden war diese Veranstaltung mit einer Radführung, unter der Leitung von Mathias Götze-Wittschier, zu historischen Orten im Königsforst.
Am 28. Juni wurde im Rahmen der Abiturfeier der Reinhard-Engert-Preis an Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Schaurtestraße verliehen. In verschiedenen beeindruckenden Arbeiten hatten sie Abituraufsätze der NS-Zeit aus dem schuleigenen Archiv analysiert. Auch hierzu erschien ein Artikel in der Presse.

Im August erschien ein Podcast der Geschichtswerkstatt auf der Seite ‚7Tage1Song‘, der zu dem Lied von Hannes Wader ‚Es ist an der Zeit‘ – einem Song gegen die Sinnlosigkeit des Krieges – Parallelen zum Schicksal der Flakhelfer und zu aktuellen Kriegen thematisiert. Der Podcast ist hier auf unserer Webseite abrufbar.

Am 13. September organisierte der Bürgerverein auf dem Marktplatz ein Fest zu 111 Jahren Eingemeindung von Brück, auf dem Fritz Bilz und Ulla Lessmann eine anekdotenreiche Rede zur Geschichte Brücks vortrugen, die eine große Resonanz hatte und auch auf unserer Webseite nachzulesen ist.

Am 19. Oktober führten wir in Zusammenarbeit mit der Synagogengemeinde und unter der sachkundigen Leitung von Herrn Günther eine Führung über den jüdischen Friedhof Deutz durch. Da die Zahl der Anmeldungen die vorgegebene Kapazität massiv übertraf, wird eine Neuauflage der Veranstaltung am 19. April 2026 um 15 Uhr stattfinden.

An 4 Tagen im November führte Fritz Bilz gemeinsam mit Mathias Götze-Wittschier die dritten und vierten Klassen der Katholischen Grundschule Köln-Brück zu historischen Orten (und Geheimnissen) in Brück. Sowohl Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrerinnen waren begeistert.
Ebenfalls im November erschien das Buch ‚Kölner Geheimnisse Teil 2‘, in dem unser Mitglied Fritz Bilz zwei Brücker Geheimnisse (Doppel-Peitschenmaste am Neubrücker Ring und die lateinische Inschrift der Brücker Kapelle) vorstellt.
Das gesellige Adventsessen des aktiven Arbeitskreises fand Ende November statt.

Im Dezember konnten wir nach intensiver Teamarbeit unsere neuen Internetseiten vorstellen. Sie informieren jetzt noch aktueller über alle Ereignisse rund um Brück und die Geschichtswerkstatt. Kurz vor Weihnachten erschienen die zwei beschriebenen Texte von Fritz Bilz in verschiedenen Kölner Zeitungen.

Dank des regelmäßigen Erscheinens des Newsletters sind wir auch außerhalb von Veranstaltungen im Stadtteil präsent. Außerdem haben wir einen Flyer erstellt, auf dem wir uns mit unseren Zielsetzungen und Aktivitäten vorstellen.


Dr. Ingrid Hege-Wilmschen
Januar 2026



Zeitungsartikel im Express

In der „Express – Die Woche“ erschien am 27.12.2025 ein Artikel, den unser Mitglied Fritz Bilz geschrieben hatte. An die Geschichtswerkstatt war vor einigen Wochen eine Anfrage ergangen, ob für das neue Köln-Buch „Kölner Geheimnisse Band 2 “ der Autoren Ayhan Demirci und Maira Schröer eine geeignete Geschichte existieren würde.

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Link zum kompletten Artikel: LINK



Zeitungsartikel in Rundschau und im Stadtanzeiger

In der Kölnischen Rundschau und im Kölne Stadtanzeiger e erschien am 27.12.205 ein Artikel, dessen Inhalt aus der Feder unseres Mitglieds Fritz Bilz stammt. An die Geschichtswerkstatt war vor einigen Wochen eine Anfrage ergangen, ob für das neue Köln-Buch„Kölner Geheimnisse Band 2 “ der Autoren Ayhan Demirci und Maira Schröer eine geeignete Geschichte existieren würde.

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Link zum Artikel: LINK



Zu den Festtagen alles Gute!

Der Vorstand und der Arbeitskreis der Geschichts-werkstatt wünschen allen Besuchern unserer Webseiten ein friedliches Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr!


Vortrag anlässlich „111 Jahre Brück zu Köln“

Zu den Feierlichkeiten am 13. September 2025 zum 111. Jahrestag der Eingemeindung von Brück in die Stadt Köln haben wir insbesondere mit einer szenischen Lesung von Ulla Lessmann und Fritz Bilz beigetragen. Ihren Wortlaut bieten wir zum Herunterladen an



Digitale Broschüre „80 Jahre Kriegsende in Brück“

Den Text der szenischen Lesung zum 80. Jahrestag des Kriegsendes in Brück, die wir am 9. April 2025 in der Brücker Buchhandlung durchgeführt haben, bieten wir als digitale Broschüre zum Herunterladen.


111 Jahre Brück als Kölner Stadtteil 2025

Im Jahre 2025 jährte sich die Eingemeindung Brücks zum 111ten Mal. Im jecken Brück ein Anlass für eine Feier, die die Bürgergemeinschaft Köln-Brück ausrichtete.

Damals hatte Brück zehn Kneipen: Sechs auf der Olpener Straße und vier auf dem Brücker Mauspfad. Seit 111 Jahren gehört Brück zu Köln, genau gesagt vom 1. April 1914 an. Aber so ganz stimmt das nicht. Es gab Anfangsschwierigkeiten, denn der preußische Innenminister genehmigte erst einmal die Eingemeindung der Bürgermeisterei Merheim, zu der Brück damals gehörte, nach Köln nicht.

Den kompletten Text des Vortrags finden Sie hier.
Einen Audio-Mitschnitt (mp3) finden Sie hier.

80 Jahre Kriegsende in Brück: Szenische Lesung

Am 09.04.2025 fand in der Buchhandlung von Frau Lammerkamp vor ausverkauftem Haus die szenische Lesung zum Thema
80 Jahre Kriegsende in Brück statt. Die Lesung wurde von Ingrid Hege.Wilmschen und Fritz Bilz vorgetragen.

Aus dem Text haben wir eine bebilderte Broschüre erstellt, die Sie hier lesen können.

Reinhard-Engert-Preis

Reinhard Engert, am 17. Februar 1951 in Bensberg geboren, lebte sein ganzes Leben in Köln-Brück. Er war Reisebürokaufmann und nach einer zusätzlichen Ausbildung graduierter Volkswirt in der Fachrichtung Touristik. Seit der Vereinsgründung der Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück war er ihr stellvertretender Vorsitzender. Er schrieb zahlreiche Beiträge in den Publikationen der Werkstatt und erzählte den Menschen auf den historischen Führungen an verschiedenen Stationen von den Ergebnissen seiner Recherchen. Ein schwerer Autounfall schränkte ihn in seiner Bewegungsfähigkeit stark ein. Trotzdem nahm er nach seinen Möglichkeiten an der Arbeit der Werkstatt teil. Er war ein kritischer Geist und warnte vor Anpassung und Oberflächlichkeit. Sein Tod im Jahr 2013 bedeutet für die Werkstatt den Verlust eines außergewöhnlichen Menschen.

Mit dem Erbe, das er der Werkstatt vermacht hat, ermöglicht er nun die Ausrichtung des „Reinhard-Engert-Preises für Geschichte“. Er soll Schülerinnen und Schülern rechtsrheinischer weiterführender Schulen verliehen werden, die sich in besonderer Weise mit der Geschichte ihres Stadtteils oder ihrer Herkunft beschäftigen und eine Arbeit zu einem solchen Thema einreichen.

Preisträger des Reinhard-Engert-Preises von 2017 bis heute

Zusammenfassung der ausgezeichneten Schulklassen und Projekte.

JahrPreisträger:in mit Projekt
2025Gymnasium Schaurtestr. Köln-Deutz
Analyse von Abituraufsätzen in der NS-Zeit
2024Berufsverband Information & Beratung für NS-Verfolgte Animationsfilme zu Flucht und Vertreibung
2023Berufskolleg Lindenstraße
Theateraufführung ‚Ehemaligentreffen der besonderen Art‘ zur Geschichte der israelitischen Volksschule Lützowstr.
2022Königin-Luise-Schule
Biografien der jüdischen SchülerInnen und Buchveröffentlichung
2021Käthe-Kollwitz-Realschule Köln-Brück
Dokumentation des Auschwitz-Besuches
2020– wegen Pandemie ausgefallen –
2019 nicht vergeben –
2018Gymnasium Schaurtestr. Köln-Deutz
Gedenkbuch für jüdische Schüler des städtischen Realgymnasiums 1908-1937
2017Elly-Heuss-Knapp-Realschule Köln-Mülheim
Darstellung der NS-Geschichte Kölns durch Zeitzeugen

Februar 2024: Neue Anschrift und Rufnummer

Bitte beachten Sie die neue postalische Adresse unseres Vereins:

   c/o Hameler Weg 16
   51109 Köln

Telefon: 0221- 80 26 15 88

Dezember 2023: Große Trauer um Brigitte Bilz

Große Trauer um Brigitte Bilz

Unerwartet verlieren wir unsere langjährige Vorsitzende

Ganz plötzlich und unerwartet ist am 30. Dezember Brigitte Bilz verstorben.
Mit ihr verlieren wir nicht nur ein Gründungsmitglied und die Vorsitzende über
Jahrzehnte, sondern auch eine gute Freundin und geschätzte Ratgeberin.
Gemeinsam mit ihrem Mann Fritz und weiteren Freunden gründete sie 1988 den Verein „Werkstatt für Ortsgeschichte Köln Brück“ und wurde dessen Vorsitzende. Erst 2022 ließ sie sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen.
Aufgrund ihrer vielfältigen Aktivitäten war es mehr als verdient, dass
Brigitte Bilz zusammen mit Ehemann Fritz 2022 mit dem Ehrenamtspreis „Köln engagiert“ des Bezirks Kalk ausgezeichnet wurde.
Sie war ein sehr fröhlicher, lebensbejahender und optimistischer Mensch.
Ihr Tod ist ein Verlust für uns alle, und sie wird uns sehr fehlen.


28. Januar 2022: Flakhelfer Gedenkveranstaltung Pressebericht

2021: Reinhard Engert-Preisverleihung

Reinhard Engert, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Geschichtswerkstatt, hat uns nach seinem Tod eine bedeutende Geldsumme hinterlassen. Sie dient uns heute dazu, die Erinnerung an ihn wachzuhalten. Vor allem aber setzen wir sie in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum dazu ein, Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, die sich mit dem Thema Geschichte auseinandersetzen. Es soll die Geschichte des Nationalsozialismus aufgearbeitet werden, wie er entstehen konnte, wie er das Leben in Deutschland und der Welt veränderte und welche Auswirkungen unsere Gegenwart beeinflussen.

Zwei Schulen haben sich im Jahr 2020 um den Preis beworben: die Käthe-Kollwitz-Realschule Köln-Brück und das Gymnasium Kreuzgasse.

Die Jury war prominent besetzt:
Dr. Dirk Lukaßen (NS-Dok)
Pfarrer Franz Meurer
Prof. Dr. Michael Klöcker
Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer
Brigitte Bilz, GW Köln-Brück

Das Gymnasium Kreuzgasse arbeitet bereits seit mehreren Jahren die Geschichte seiner ehemaligen jüdischen Schüler auf und verlegt für sie Stolpersteine vor der Schule.
Im Jahr 2020 dokumentierten Schülerinnen und Schüler das Schicksal des Schülers Franz Hertz. Er wurde 1908 als Sohn des Handschuhfabrikanten Gustav Hertz und dessen Frau Alice Oppenheim geboren. 1919 ist er in der Schülerliste des Gymnasiums verzeichnet. Mit seiner Frau floh er vor den Nazis nach Frankreich und kam schließlich 1940 im Lager Le Vernet um.

Die Käthe-Kollwitz-Realschule betreibt schon länger Projekte im Rahmen der Gedenkstättenpädagogik und hat diese Arbeit digitalisiert. Es ist ein eindrucksvoller Film über Schülerbesuche in Auschwitz und ihre Aufarbeitung entstanden

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28. Januar 2021: Flakhelfer Gedenkveranstaltung

Aufgrund der COVID-19 Pandemie musste in diesem Jahr die traditionelle Gedenkveranstaltung für die getöten Flakhelfer erstmals weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Lediglich ein Zeitzeuge mit Familie, die Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer und unser Vorstand fanden sich bei strömendem Regen zum Fototermin ein.

Die Festreden unserer Bezirksbürgermeisterin Claudia Greven-Thürmer und unseres Vereinsmitglieds Dr. Fritz Bilz zum diesjährigen Gedenktag am 28. Januar finden Sie in der Februar-Sonderausgabe unseres Newsletters. Alle dessen Ausgaben verlinken wir auf Newsletter.

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Dezember 2020: Kalender der Geschichtswerkstatt rasch ausverkauft

  • Dank der Berichterstattung in sämtlichen Zeitungen erfreute sich der erste Wandkalender der Brücker Geschichtswerkstatt sehr großer Nachfrage. Es wurden drei Auflagen des großformatigen Kalenders gedruckt, und alle Exemplare waren bereits Mitte Dezember ausverkauft.
  • Die Idee zu dem Werk hatte der damalige stellvertetende Vorsitzende Georg Patt. Er übernahm die gesamte Gestaltung, Layout, Nachbearbeitung, Angebotseinholung, Druck und Versand.
  • Zuvor hatte der Arbeitskreis in mehreren Sitzungen eine sehr schöne Auswahl an Motiven aus hunderten Vorlagen ausgewählt. Dazu fand abschließend eine Abstimmung über die Motive und die Begleittexte statt.
  • Unser Dank gilt der Margarethen-Apoetheke, der Römer-Apotheke und Schreibwaren Gillesen sowie der Buchhandlung Lammerkamp, die den Vertrieb übernahmen.
  • Aufgrund der positiven Resonanz und Akzeptanz des Kalenders wird die Werkstatt für das kommende Jahr ebenfalls einen neuen Kalender mit weiteren Motiven und in größerer Auflage herausbringen.

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2020: Mitgliederversammlung unter Corona-Bedingungen

Nachdem die Jahreshauptversammlung Corona-bedingt verschoben werden musste, konnten wir sie endlich am 1. Oktober 2020 satzungsgemäß und den Coronaregeln entsprechend abhalten.. Es erschienen 12 Teilnehmer. Nach nder Begrüßung durch die Vorsitzende wurde Jochen Delling als Versammlungsleiter gewählt. Brigitte Bilz verlas den Jahresbericht 2019. Der langjährige stellvertretende Vorsitzende Udo Mitzschke stellte sich nicht mehr zur Neuwahl.

Der bisherige Kassierer des Vereins, Klaus Keuser, verstarb leider in diesem Jahr. Die kommissarische Kassiererin, Ingrid Hege-Wilmschen, verlas den Kassenbericht. Als Vorsitzende wurde Brigitte Bilz vorgeschlagen, und als stellvertretender Vorsitzender schlug der Vorstand Hans-Georg Patt vor.  Als Kassiererin wurde Ingrid Hege-Wilmschen vorgeschlagen. Alle Kandidaten wurden einstimmig gewählt und nahmen ihre Ämter an. Zum Abschluss wurde ein Dokumentarfilm über Köln in den 20er– und 30er Jahren vorgeführt. Um 21:30 Uhr war die Veranstaltung beendet.

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15. August 2020: Besichtigung des „Kunstfeld“ Dünnwald

Am 15. August fand unsere erste Exkursion in diesem Krisenjahr statt: nach Köln-Dünnwald zum Kunstfeld.

Ein geräumiger, klimatisierter Bus von Gindal brachte uns zügig zun Kunstfeld. Die sachkundige Führung übernahm Dr. Fritz Bilz. Interessante Aspekte zu den Beweggründen der Errichtung einer derartig abgelegenen Siedlung sowie die industrielle Produktion samt katastrophaler Explosion mit 14 Toten: diese Hintergründe waren den Wenigsten bekannt.

Die Exkursion fand zunächst unter guten äußeren Bedingungen statt: es war sonnig, leicht bewölkt und ziemlich heiß. Die noch existierenden Gebäude befanden sich in einem außerordentlich guten Zustand; werden sie doch heute überwiegend von „betuchten“ Bürgern bewohnt und gepflegt.

Ebenfalls bemerkenswert war, dass dort die erste öffentliche „Bedürfnisanstalt“ in Deutschland aufgebaut wurde: eine Batterie von Plumpsklos. Über viele Details der Anlage wurde bereits in unseren Newslettern berichtet, so dass an dieser Stelle nicht neuerlich darauf eingegangen wird.

Den Abschluss bildete ein Besuch des Biergartens von der „Waldschenke“. Kaum hatten wir Platz genommen, kam ein heftiger Regenguss herunter. Es blieb nur die Flucht nach drinnen, wo der Ausflug einen schönen Ausklang fand mit frischen Waffeln, Kaffee oder einem gepflegten Bierchen vom Fass . gp

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2020: 75 Jahre Kriegsende in Brück am 12. April 1945

Im April 1945 war das linksrheinische Köln längst befreit von der Nazi-Diktatur. Die US-Truppen haben das gesamte Gebiet besetzt und bereits eine zivile Verwaltung geplant. Das rechtsrheinische Köln war noch fest in der Hand der Nazis. Über die Flüsse Sieg und Agger mehr als

kämpften sich ab 11. April die US-Truppen (13. Panzerdivision) von Remagen langsam in Richtung Dünnwald, Mülheim und Leverkusen vor. Bei diesen Bewegungen passierten sie auch die Ortschaft Brück, erstmals am 12. April. Damit kann man sagen: seit 12. April 45 war für die Brücker der Krieg beendet.

Besonders in Dellbrück und in Dünnwald mit der Luftwaffenkaserne Morslede wurden die Amerikaner dabei in schwere Gefechte verwickelt. Der Vormarsch konnte zum Glück nur wenige Tage aufgehalten werden. Anlässlich des Jubiläums „75 Jahre Kriegsende“ und zum Gedenken an die zahllosen sinnlosen Opfer auf allen Seiten plante auch die Geschichtswerkstatt eine Veranstaltung am 14. Mai – doch dann kam Corona … Die Pandemie verhinderte, dass es überhaupt eine Form des Gedenkens gab. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

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2020: Nachruf Klaus Josef Keuser

Unser Gründungsmitglied Klaus Keuser ist am 28. März 2020 mit 68 Jahren gestorben. Er war schon in der Volkszählungsboykott-Initiative aktiv.

Viele damalige Mitstreiter gründeten 1988 die Brücker Geschichtswerkstatt, darunter auch Klaus. Durch sie hat er die Lust am Schreiben gefunden. Dabei hat ihn immer der Alltag der kleinen Leute interessiert. Er erforschte die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Merheim.

Legendär war seine lebensnahe Geschichte über das Baden in früheren Zeiten, die er mit viel Empathie bei mehreren Lesungen vortrug. Er war uns immer ein Freund und bei allen öffentlichen Aktionen der Geschichtswerkstatt dabei. Immer hatte er Zeit für unseren Verein. Und als wir uns dann endlich aufrafften einen Verein zu gründen, war er der erste Kassierer und blieb dies bis zu seinem Schlaganfall vor drei Jahren. Zusammen mit seiner lieben Frau Angelika, den Kindern und Enkeln sind wir sehr traurig, dass Klaus nicht mehr unter uns weilt. Seine vielen Geschichten in unseren Büchern werden ihn in unserem Gedächtnis weiterleben lassen.

28. Januar 2020: Gedenken an die Flakhelfer

Am 28. Februar 2020 jährte sich der Gedenktag zum 75. Mal. Entsprechend groß war die Anzahl der Besucher und Trauergäste. Mehr als 35 Menschen fanden sich bei starkem Wind und Sonnenschein an der von der Werkstatt initiierten Gedenkstätte an der Ecke Hans-Schulten-Straße/Dattenfelder Straße ein. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende sprach die stellv. Bezirksbürgermeisterin Dr. Tanja Groß einige Worte zum Gedenken und schlug den Bogen bis heute, um an den Schwur von Buchenwald zu erinnern, dass von Deutschland nie wieder Krieg ausgehen darf.

Unser Mitglied Ingrid Hege-Wilmschen erinnerte an das schreckliche Schicksal dieser Kindersoldaten und verurteilte die heutige Instrumentalisierung von Kindern und Jugendlichen für kriegerische Ziele.

Abschließend wurde für jeden der getöteten Flakhelfer eine weiße Rose niedergelegt. Der einzige Überlebende war, wie auch in den letzten Jahren, anwesend.

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22. Januar 2020: Vorstellung des Buches „Otto Unger“ in Köln

Text wird nachgereicht.

Text wird nachgereicht.

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10. Juni 2015: Straßen umbenannt nach Brücker Nazigegnern

Auf Initiative der Brücker Geschichtswerkstatt hat die Bezirksvertretung Kalk im Jahre 2005 beschlossen, nach Peter Hagen und Dr. Otto Unger zwei neue Straßen im Brücker Oberdorf zwischen Olpener Straße und Königsforststraße zu benennen. Nachdem jetzt endlich die Straßenschilder aufgestellt wurden, können die von der Werkstatt gestifteten Informationsschilder angebracht werden.

Peter Hagen (1880-1945) war Gewerkschafter und äußerte sich auch nach der Machtübertragung 1933 öffentlich gegen die Nazis. Dies wurde ihm zum Verhängnis. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde Peter Hagen mit zwei Sozialdemokraten und einem Kommunisten verhaftet und ins Messelager eingeliefert, damals ein Außenlager des KZ Buchenwald. Während die anderen nach mehreren Wochen Folter freigelassen wurden, wurde Peter Hagen im September 1944 in das Konzentrationslager Flossenbuerg transportiert und in dessen Außenlager in Zwickau am 2. April 1944 ermordet. Vor seinem letzten Wohnort in Brück, Pohlstadtsweg 437, erinnert ein Stolperstein an ihn.

Dr. Otto Unger (1890-1984) wurde als Jude von den Nazis verfolgt. Als Studienrat wurde er aufgrund der Nürnberger Gesetze entlassen und zur Zwangsarbeit u. a. in einer Möbel- und einer Ölfabrik verpflichtet. Er wohnte in Brück, Im Langen Bruch. Seine Ehe mit einer nichtjüdischen Frau schützte ihn und seinen Sohn anfangs vor dem Abtransport in ein Konzentrationslager. Als dann im Sommer 1944 die Deportierung anstand, tauchte die Familie unter. Seine nichtjüdische Frau und der von den Nazis so bezeichnete „Mischling ersten Grades“ Sohn Hartmut tauchten in Ostdeutschland unter und konnten dort trotz Verhaftung im Versteck in Dessau überleben. Otto Unger war erst in verschiedenen Verstecken in Köln bis er im Garten der Innenstadtkirche St. Alban in einem Keller fast ein Jahr ohne Sonnenlicht untertauchen musste. Erst die Amerikanische Armee befreite ihn im März 1945.
Nach dem Krieg hat Dr. Otto Unger im Deutzer Jungengymnasium bis zu seiner Pensionierung gearbeitet und sich insbesondere um die demokratische Erziehung der ihm anvertrauten Schüler gekümmert.

Die feierliche Enthüllung der Informationsschilder am Otto-Unger-Weg und der Peter-Hagen-Straße fand am Mittwoch, dem 10. Juni 2015, 11 Uhr in Köln-Brück statt. Der Sohn Hartmut Unger, der nun in Berlin lebt, wohnte der Zeremonie bei.