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Fahrradexkursion zu Zielen mit historischer Bedeutung

Es war eine bunt gemischte Gruppe von 13 Personen, die sich bei strahlendem Sonnenschein vom Brücker Marktplatz aus mit ihren Fahrrädern in Bewegung setzte. Erstes Ziel war der neue Kalker Friedhof in Merheim. Diesen erreichte die Gruppe über den Merheimer Fronhof an der Kirche vorbei.

Der Leiter der Exkursion, der stellvertretende Vorsitzende der Geschichtswerkstatt Mathias Götze-Wittschier, gab einige Erklärungen über die Entstehung des Friedhofs sowie dessen teilweise prominente „Be­leg­­schaft“.  Zwei bekannte Namen sind z. B. der Lehrer Welsch und der Kalker Brauereibesitzer Bardenheuer. Auf dem Friedhof gibt es auch ein Ehrenmal für verstorbene und ermordete Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen.

Von hier aus ging es über die Merheimer Heide zur Germania Siedlung. Diese denkmalgeschützte Siedlung wurde einmal umrundet, bevor der Leier unserer Tour einige Erläuterungen zur Historie der Siedlung zum Besten gab. Von hier aus radelte die Gruppe am alten Kalker Friedhof vorbei. Dieses Gelände wurde entwidmet und ist heute ein öffentlicher Park.

Nächstes Ziel war das Gremberger Wäldchen, wo an einem Schutzhaus eine größere Pause eingelegt wurde. Mitgebrachter Proviant konnte hier bequem im Schatten verzehrt werden. Nach dieser ausgiebigen Pause gab es in der Nähe einen kurzen Stopp an der Stelle, wo sich bis April 1945 das Krankenlager für die Zwangsarbeiter befand. (In unserem letzten Newsletter Mai 2026 hatten wir sehr ausführlich über das Lager und die Gedenkveranstaltung berichtet.)

Vorletzte Station war ein „Lost Place“, der sich in der Nähe befindet. Es handelt sich um das Zwischenwerk IXb, das zum preußischen Festungsring rund um Köln gehörte. Nur ein schmaler Trampelpfad führt zu dem imposanten Bauwerk, das heute von Fledermäusen bewohnt wird. Auch hier gab es wieder Erklärungen zum Festungsgürtel und zum Leben in und um die Festungen herum. Damals waren die Franzosen unsere Erzfeinde, heute sind sie unsere Partner. Diese Erkenntnis aus der Geschichte sollte uns zu denken geben, da wir heute dazu neigen, wieder in Feindbildern zu denken (diesmal die Russen). Mathias Götze-Wittschier wies in diesem Kontext als Denkanstoß auf das Konzept „Sicherheit neu denken“ hin (im Internet abrufbar) .

Letzte Station war die Humboldtsiedlung. Manche Häuser erinnern noch heute daran, dass sie für die ausgebombten Familien der Arbeiter der Klöckner Humboldt Deutz Werke gebaut wurden. Unser Experte berichtete über die vielen vergeblichen Versuche der Stadt Köln, diese Siedlung durch ein Gewerbegebiet zu ersetzen, und den erfolgreichen Widerstand der Bewohner gegen diese Pläne.

Die Zeit war recht fortgeschritten, und so ging es entlang des Neubrücker Rings schnurstracks zum Brücker Marktplatz zurück. Alle Teilnehmer waren begeistert von der ausgewählten Route und den informativen  Erläuterungen.



Rückblick auf unser erstes Kneipenquiz

Tolle Stimmung beim 1. Brücker KneipenquizGrosser Erfolg der Premiere im „Alt Brück“

Hätten Sie’ s gewusst? „Wo stand die erste Kneipe in Brück?“ Tja…“An der Olpener Strasse/Ecke Hoffnungsthaler Strasse oder an der Kreuzung Olpener Strasse/Brücker Mauspfad oder Am Brücker Markt“. Solche und ähnlich knifflige 27 Fragen mit je drei Antwortmöglichkeiten stellte das erste Kneipenquiz der Werkstatt für Ortsgeschichte Köln-Brück Anfang Mai in der Gastwirtschaft „Alt Brück“ an der Olpenerstrasse. Sortiert in die Kapitel „vorgestern“, „gestern“ und „heute“ musste man sich in der Geschichte und Gegenwart unseres Stadtteils schon sehr gut auskennen, um zu gewinnen. 10 Gruppen zu je drei Ratenden bildeten sich spontan oder verabredet, nur die aktiven Mitglieder der Werkstatt waren vom Mitraten ausgeschlossen, weshalb man nicht weiss, ob die Spezialistinnen und Experten alle Fragen hätten beantworten können…


Sicher beantworten konnte sie der Mitgründer der Geschichtswerkstatt, der Historiker und gebürtige Brücker Dr. Fritz Bilz, der nicht nur die Fragen und Antworten formulierte, sondern auch als Conferencier unterhaltsam und kenntnisreich nach jeder Runde die Antworten erläuterte und kommentierte.  Seine witzige Moderation trug zu heiteren Stimmung bei, doch vor allem die Ratenden amüsierten sich. „Hab’ ich Euch doch gesagt“ lautete in gespielter Empörung so mancher Kommentar bei der Auflösung, auch ein „siehste!“ oder „das hätte ich nie gedacht!“ war häufig zu hören. Ernsthafte Auseinandersetzungen gab es aber nicht, stattdessen wurde viel gelacht und diskutiert über Fragen wie „Wie viele Kneipen gab es in der Spitze in Brück?“. Die Antworten „11 oder 15 oder 8“ liessen Spielräume für viele Erinnerungen der Älteren und Spekulationen der Jüngeren.


Zum Gelingen des Abends trugen natürlich Wirt Henri und sein Team bei. Der Wirt spendierte die Preise in Form von drei Getränkegutscheinen in Höhe von 50, 30 und 10 Euro. Den „Siegerscheck“ sicherte sich eine vergnügte, kompetente und verschworene Doppelkopfrunde vom Lehmbacher Weg, den 3. Platz teilten sich vier Gruppen und erst eine Stichfrage des Wirtes („Wie lange ist er Wirt vom „Alt Brück“)  entschied. Für die Siegergruppen gab es von der Werkstatt Buchgeschenke, unseren „Radführer“ und „Zu Fuss durch Brück“.  Henri liess den Hut rumgehen nund es sammelten sich erkleckliche 170,20€, die der Wirt großherzig der Werkstatt spendete.

Alle waren sich einig: Das Brücker Kneipenquiz der Werkstatt für Ortsgeschichte darf kein einmaliges Ereignis gewesen sein. An Fragen über unseren vielfältigen und geschichtsträchtigen Stadtteil gibt es schließlich keinen Mangel. Übrigens trifft sich jedem 3. Dienstag im Monat um 19:30 Uhr der Stammtisch der Werkstatt im „Alt-Brück“. Jede und Jeder ist willkommen und kann im Gespräch mit uns schon mal Informationen für das nächste Kneipenquiz einsammel